Hallo Pseudoereignis, Fresse halten. Oder: Warum Unkultur weder über Horst Mahler noch Eva Herman schreibt.
Ob Eva Herman bei Johannes B. Kerner oder Horst Mahler im Gespräch mit Michel Friedman – zunehmend werde ich von Themen belästigt, die klassischer Medienzirkus sind. Höchste Zeit, hier ein paar Realitäten zurechtzurücken – und entgegen der Überschrift paradoxerweise dann doch über das Thema – genauer: seine Rezeption – zu schreiben.
Was bisher geschah: Die Massenmedien schmeissen ein paar Fleischbrocken in den Ring, und die Meute schnappt begierig danach. Die Motivation der Macherinnen und Macher von Massenmedien ist halbwegs klar: Einschaltquoten- und Auflagensteigerung. Dazu bedient man sich des Mittels der inszenierten Pseudoergnisse, also Ereignissen, die es ohne die Medien nicht gegeben hätte.
Zum Beispiel der Skandal um die Medienfrau Eva Herman (so wichtig wie der berühmte chinesische Reissack), die eine unqualifizierte Aussage zu Hitler getroffen hat (ein Ereignis mit der Relevanz des Umfallens besagten Sackes). Bei so einer Aufführung gehören gespielte Aufregung, Verdammung und Rechtfertigung dazu – und natürlich müssen so viele Stimmen wie möglich zu dem Thema eingeholt werden und auch das Publikum darf sich mal äußern. Dass beim Herman-Skandal auf Seiten ihrer Kritikerinnen und Kritiker jede Menge Doppelmoral im Spiel war, fiel zumindest dem Journalisten Henryk M. Broder auf. Aber auch er arbeitete sich an dem Thema ab, und fügte der Masse an Meinungen eine weitere dazu.
Abgesehen von der Kritik am Ganzen ein Vorschlag zur Realpolitik: Letztenendes sollte man darauf dringen, dass es einen Unterschied zwischen Eva Herman und Erika Steinbach gibt – letztere hat nämlich einen realpolitischen Einfluß und ist nicht nur die belächelte Ideologiefee, die Bücher verkaufen will.
Ähnlich idiotisch verhielt es sich mit dem Schlagabtausch Michel Friedman versus Horst Mahler. Jüdischer Promi trifft überzeugten Nazifunktionär – eine Geschichte wie von den Autoren der Jerry Springer Show erdacht. Das erfüllt sicherlich ein Bedürfnis nach Krawalltalk; politisch tendiert die Relevanz des Themas dagegen gegen Null. Man kann einfach nicht so naiv sein anzunehmen, es gäbe bei Naziideologie etwas zu enthüllen, zu entzaubern. Einzig genutzt hat die Show wohl der Auflage von Vanity Fair (jeder redet darüber, besser kann PR gar nicht laufen) und dem Promistatus von Horst Mahler. Dass Michel Friedman bei so einer Schmierenkomödie freiwillig mitspielt und sich dabei selbst zum Clown macht – selber Schuld.
Letztenendes funktioniert der Medienskandal so wie die „100 Dinge Shows“ auf Pro7. Zu einem beliebigen, uninteressanten Thema müssen B-Promis, die sich dadurch selbst aufwerten, Meinungen präsentieren. Gerne auch kontroverse, denn Meinungen verkaufen sich immer. Da ist es reichlich unsinnig anzunehmen, dass Politik anderen Gesetzen als denen der Unterhaltung folgen würde. Gerade in Deutschland gilt: Hitler geht immer. Wie die Titanic einmal süffisant bemerkte, sollte sich das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in „Der Hitler“ umbenennen, bei der Häufigkeit, wie Selbiger das Titelthema stelle. Und auch ansonsten wird gerne über den Führer getratscht, es steigert schließlich die Auflage und das allgemeine Wohlbefinden. Das könnte man mal als „Holocaust-Industrie“ bezeichnen, die totale Trivialisierung des Nationalsozialismus hin zu grenzdebilen Fragen wie „War Hitler schwul?“
Mehr Spektakel ist derzeit kaum vorstellbar. Aber ist nicht nach Guy Debord alles Spektakel bzw. nach Jean Baudrillard alles Simulation; beide als Medientheoretiker gelesen? Also es im Endeffekt Wurscht, wo man interveniert, weil jegliche Nachricht über das Äquivalent Massenmedium auf den gleichen Informationswert reduziert wird? Alles wird Medienthema, das ist sicherlich eine Tendenz. Jello Biafra konnte noch vor der Dystopie der totalen Medienkontrolle warnen, die es zu verhindern gälte: „When real life is television you can´t change the channel.“ Gibt es doch schon längst. Nahezu alle unsere relevanten Informationen haben ein Massenmedium durchlaufen. Da ist per se auch nicht schlecht und eröffnet gleichzeitig auch Möglichkeiten zur Prüfung von fehlerhaften Inhalten (Voraussetzung dafür: Vernuft, Bildung. Heute auch gerne als „Medienkompetenz“ diffamiert). Ein Mittel, dass einem Bauer im Mittelalter nicht zur Verfügung stand, wo die einzige Informationsquelle die Räuberpistolen von Handlungsreisenden und Gauklern waren.
Nur wird durch Massenmedien nicht einfach neutraler Gebrauchswert produziert. Das System dehnt sich aus und ist längst jenseits einer simplen Sender – Empfänger Dichotomie angekommen. Das Publikum wird aktiviert – was aber gerade nicht zur Basisdemokratie führt. Gerade im Web 2.0 können alle Sender werden, aber die emanzipatorischen Hoffnungen auf die Möglichkeiten der Technik (der Produktivkraft-Kult des klassischen Marxismus auf Medien bezogen) eines Hans Magnus Enzensberger haben sich nicht erfüllt. Statt politischer Partizipation (Vorsicht, bürgerliches Ideal!) gibt es Gequassel auf allen Kanälen. Das Leben wird zum einzigen Chatroom. Der Verfall des Gebrauchswerts wird zur Tragödie, wo die Produktionsmittel nie geahnte Möglichkeiten zur Kommunikation bereitstellen, aber die Menschen sich überhaupt nichts zu sagen haben außer Nichtigkeiten.
Und auch die Wahl der politischen Meinung vermittelt per gedrucktem Wort ist eine des Konsums. So gesehen bedient die Frankfurter Allgemeine Zeitung nur ein anderes Marktsegment als die BILD- Zeitung, Arte ein anderes als RTL2, der Ca Ira Verlag ein anderes als Suhrkamp. Auch hier werden Waren produziert, die von den Käufern zur Identitätsbildung genutzt werden. Gerade politische Literatur ist Lifestyle und Mode pur. Und auch der über allem schwebende Kommunismus – nein! wir doch nich! – steckt da mit drin. Entrüstet werden Redaktion Bahamas oder Gegenstandpunkt behaupten, nur Inhalte in möglichst unattraktivem Schriftsatz unters Volk zu bringen (eine erstaunliche Analogie zur FAZ im alten Layout). Nur sollte man mal einen repräsentativen Querschnitt von Leserinnen und Lesern entsprechender Publikationen zu Gründen nach dem Kauf der Zeitschriften befragen. Ich könnte mir vorstellen, da kämen ganz lustige Ergebnisse heraus und sicherlich auch der Befund, dass entsprechende Zeitschriften bei einem nicht unerheblichen Anteil der Lesenden als reine Kaffeetisch-Lektüre genutzt wird. Ein paar Buzzwords aus dem Werk von Marx, Freud oder Foucault zusammengesucht reicht ja auch zumeist aus, um als dazugehörig zu gelten, wenn man ansonsten darauf achtet, sein Nichtwissen nicht allzu sehr auszubreiten. Ob ich wohl bei einer 40 Stunden-Woche noch Lust hätte, mir über komplexe Thesen Gedanken zu machen, die ohne ein Langzeitphilosophiestudium nicht zu verstehen sind? Wohl kaum.
Und auch bei den Aktiv-Lesenden ist das Bescheidwissen über bestimmte Themen das, was die Playstation 3 in anderen Kreisen ist: Voraussetzung, um partizipieren zu können. Man legt sich ein entsprechendes Vokabular zu, gibt an, bestimmte Zeitschriften zu lesen – und hat auf einmal viele neue Freundinnen und Freunde und einen bestimmten gesellschaftlichen Status inne. Mit anderen Worten: Die Nachfahren der Bildungsbürger. Niemand entkommt dem Koordinatensystem der Sinus-Milieustudie. Die Kaufpräferenz für Zeitschriften funktioniert analog zum Unterschied zwischen Mercedes S-Klasse und Daihatsu Cuore; wo doch beide als benzinbetriebene Autos mit 4 Rädern durchgehen würden.
Eine emanzipatorische Kraft, die der Blödheit dieser Gesellschaft etwas entgegen setzen will, sollte sich von so ur-reaktionärer Medienkritik wie der in „Free Rainer – Dein Fernseher lügt“ präsentierten absetzen. Der idealistische Schwachsinn, den der Regisseur Hans Weingartner auf die Zuschauerinnen und Zuschauer loslässt, ist die klassische Manipulationsthese von oben nach unten (böse Medienmogule vs gutes Volk) gepaart mit theologischen Befreiungsphantasien und obendrein ein weiteres, erschreckendes Beispiel dafür, wie nahe in Deutschland konservative und linke (Medien-)Kritik beieinander liegen. Gesteigert noch dadurch, dass man zu angeblichen Kritikzwecken Filme produziert, die in der Plattheit ihrer Aussagen das Niveau der BILD-Zeitung locker unterschreiten. Schon die „Enteignet Springer“ Kampagne 1967, Prototyp linker Medienkritik, fokussierte sich nur auf „die da oben“. Die entscheidenden Fakten wurden außen vor gelassen, nämlich dass es zum einen noch Leute geben muss, die die BILD kaufen und lesen, und zum anderen auch eine gesellschaftliche Struktur, die die BILD-Zeitung und ihre Leserinnen und Leser hervorbringt.
Es wäre an der Zeit zu diesem Thema weiterführende Gedanken entwickeln, zumal sich jede Kritik selbst nur spektakulärer Mittel bedienen kann: Kritik ist Ware, Kritik ist Lebenstil. Welche Schlüsse werden daraus gezogen? Offensichtlich keine bisher.
Onkel Löwenzahns (heute in Rente) Aufforderung zum „Abschalten“ wird jedenfalls niemanden retten. Es gilt – wie Adorno das formulierte – real(!) über die falsche Meinung hinauszukommen, nicht durch ihre intellektuelle Berichtigung. Den versteinerten Verhältnissen dieser Gesellschaft sollten ihre eigene Auswüchse um die Ohren gehauen werden. Letztenendes ist dafür zu sorgen, dass eine zukünftige Welt ohne die Berichterstattung über Eva Herman auskommt. Bis dahin tut es auch ein bißchen Realpolitik: dem Infotainment verbale Watschen verpassen.

Kritik wiederum ist Ware, in dem Maße, in dem sie zum Zwecke der Verwertung produziert wird oder diesem Zweck unmittelbar dient. Auch hier halte ich die Reduktion sämtlicher Kritik auf ihre Warenförmigkeit für verkehrt und auch ein bißchen denkfaul. Es ist selbstredend immer viel schwieriger, die Dialektik eines hegemonialen Prinzips und seines dennoch eingeschränkten Geltungsbereichs auszuhalten, als einfach alles zu Ware und Verwertung zu erklären. Letzteres scheint mir auch die viel wirksamere Ausrede für Resignation und Anpassung zu sein.
Gegen deinen Einwand der Verwertung möchte ich einbringen, dass du damit die Totalität der Verhältnisse verneinst. Problem damit ist, dass die Warenform alle gesellschaftlichen Verhältnisse durchdringt und prägt. Sonst könnte ich mich ja wirklich in die Welt der Blogosphäre zurückziehen und behaupten, hier gäbe es mangels ökonomischer Anreize keinen Kapitalismus. Offenkundiger Unsinn. Was aber wohl ein Einwand gegen die Totalität sein mag ist der Fakt, dass man auch nicht abstreiten kann, dass Blogs und SPON gänzlich anders funktionieren. Innerhalb der Warenwelt herrscht eine blühende Artenvielfalt.
Hier eben nicht in das Schema Konzernkritik versus gute Alternativmedien zu verfallen aber trotzdem unterschiedliche Rationalitäten anzuerkennen, nach denen verschiedene Medien funktionieren – schwierig. Ich arbeite hier noch an Hypothesen, denke aber (das Eis wird dünner), dass die Kulturindustrie Machtzentren hat, wo besonders spektakulärer Scheiß produziert wird (womit ich mir partiell widerspreche und die Aussage bzgl. der Totalität relativiere).
Die Verwendung Gramscis mag ja gelegentlich richtig sein – nur in dem Fall wird mir gerade nicht klar, was du mit hegemonialem Prinzip meinst. Bitte um Erläuterung. Und was ist das Gegenteil von “Ausrede für Resignation”?
Die Subjekte mögen sämtlich unter dem Kapitalverhältnis befaßt sein, aber das muß ihnen nicht gefallen, sie können was dagegen haben, sie können sich – wie erfolglos auch immer – zu entziehen suchen. Jeder mag in ein Kollektiv sozialisiert sein, dem kaum zu entkommen ist, und doch gibt es die Option der Verweigerung, der Flucht, der Revolte.
Es würde mir erstmal darum gehen die “Wahlfreiheit” der Individuen als Schein aufzudecken. Und da glaube ich, dass gerade heutige Positionen zu einem “idealistic turn” neigen, nämlich die materielle Basis, auf der Kritik überhaupt möglich ist weitestgehend auszublenden (ohne staatliche Universitäten keine Phase2, kein Ca Ira, kein Gegenstandpunkt). Danach sind nur die anderen unfähig zu richtiger Kritik, während man selbst sich ganz elegant dialektisch aus dem Schlamassel rausdenkt (ich schließe mich hier auch nicht selbst aus). Es gibt einfach nicht das Reich der Worte, wo nur die besseren Argumente zählen. Auch dort wirken die Verhältnisse hinein, worauf ich eben mit dem Verweis auf den Bourdieuschen Habitus hinweisen wollte (im übrigen: das ist Gegenbeleg für die Behauptung, ich würde alles auf die Warenförmigkeit reduzieren. Und wo ich von totaler Herrschaft schrieb ist mir zumindest unklar). Voraussetzung um dem ganzen Elend was entgegenzusetzen, ist erstmal eine nüchterne Bestandsaufnahme des eigenen Treibens. Und die fehlt weitestgehend in der heutigen Linken, denn gerade diese lebensweltlichen Aspekte halte ich für brisanter, als es die Leute wahrhaben wollen.
Aber auch wenn sich beliebige Mengen an Verwertungslogik im Denken und Handeln der Subjekte ausmachen lassen: solange es Widersprüche im Selbstbild gibt, kann von Totalität nicht die Rede sein. Solange Zurichtung stattfinden muß, kann von Totalität nicht die Rede sein.
Das ändert nichts daran, daß jegliche Illusionen über vermeintlich nicht Warenförmiges zerstört werden sollten, gerade die je eigenen Illusionen übers Eigene. Warum danach allerdings stehen bleiben muß, daß nichts stehen bleibt, daß alles bloß Ware und Verwertung ist, ist nicht einzusehen.
Im Ganzen, und bleibe ich dann bei Adorno kann sich aber auch Unkultur dem System nicht entziehen und partizipiert im Wettstreit darum Bücher, Tonträger, Meinungen zu verkaufen und in klassischer Egokonkurrenz Subjektivität auszuleben. Das dann als “linke Medienkritik” einzutüten, kann als klassische Projektion bezeichnet werden.
Nur meine Frage: nur was genau bezeichnet Hegemonie? Ich denke da an Gramsci, und bei dem geht es noch ganz traditionell um Klasse gegen Klasse. Mist, man müßte mal Leute der Antiherrschaftliche Initiative zur Diskussion in Kommentarspalten bewegen.
-Ok. Das ist ja noch relativ leicht zu schlucken. Unkultur hat aber mit dem Totalitätsbegriff zumindest bei mir den Gedanken angestoßen, dass ich auch der noch so kritische Gedanke um gehört, gelesen, wahrgenommen zu werden, am gesellschaftlichen Ganzen (und zu dessen Regeln) beteiligen muss (selbst wenn es in der Form geschieht, dass diese bewusst gebrochen werden).
Auch kommerziell völlig irrelevante Blogs sind in dem Sinne vom falschen Ganzen aka Totalität geprägt, dass sie der Einhaltung bestimmter Regeln bedürfen, die alle samt der instrumentellen Vernunft zuzuschlagen sind, um gelesen zu werden. Was ich damit meine ist klar: wer nicht viel und zu einem Großteil vermutlich erstmal strategisch bei anderen Blogs kommentiert, wird selbst mit seinen ganzen tollen gesellschaftskritischen Gedanken nicht gelesen.
Dass das Reden vom Verblendungszusammenhang durch die Aussage, dass es ihn gibt selbst wieder relativiert wird, ist doch ein alter Hut.
Um genau die Mechanismen der (post-)linken (nennt es wie ihr wollt) Bloggerszene – ohne das explizit zu nennen, geht es in dem obigen Text, ausgehend von der Frage, warum dort teilweise der gleiche Scheiß wie in den Massenmedien durchgekaut wird. Einerseits: Das geht überhaupt nicht klar. Andererseits: was denn sonst? Gesellschaftlich relevant bedeutet eben, auch wenn das tautologisch klingt, Themen, die die Gesellschaft als relevant betrachtet. Und wenn das Nichtigkeiten sind – dann ist das so.
Wenn ich mir von dem Schreiben etwas erhofft habe, dann dass bei einigen Lesenden doch das Kritikvermögen geschärft wird. Einzelne Bloggerinnen und Blogger abzuwatschen wäre zu einfach und ginge am Thema vorbei. Wie ich am Beispiel der mangelnden Zeit versuchte habe aufzuzeigen, kann man nicht Individuen für “mangelndes Lesen” oder dergleichen verantwortlich machen. Wie absurd auch! Neben den Zwängen der Gesellschaft kann es nicht Aufgabe linker Politik sein, den Leuten noch mehr Zwänge aufzuerlegen; sie sollten sich gefälligst in ihrer Freizeit noch weiterbilden etc. Und dennoch: Tendenziell besteht in der derzeitigen Verfasstheit der Linken die Gefahr, dass Kritik als exklusive Unterhaltung produziert wird. Nämlich für eine bestimmte Schicht gebildeter Menschen, unter denen dann die Thesen zirkulieren.
Nur was hat das mit Kommunismus zu tun? Die Frage nach der Vermittlung der Inhalte wäre zu stellen um gegen die Totalität (gerne auch: Hegemonie) anzugehen.
Blogs sind Marketingtools und müssen ganz klassisch vermarktet werden. Werbung ist hier Kooperation, virales Marketing. Eben wie im richtigen Arbeitsleben: den ganzen Tag networken, networken, networken. Lernt man in der Bloggosphäre perfekt.
dein RSS Feed funktioniert nicht
(sorry,ich wusste nicht wo sonst hinschreiben)
Und an der Sache mit dem Feed bin ich dran.
Gerade Möglichkeiten wie Blogs brechen die von Günther Anders beschrieben Entwicklung der Sender-Empfänger Konstellation weiter auf und aus dem Modell Sender-Masseneremit wird ein Sender/Empfänger – Sender/Empfänger Modell. Dieses nährt sich immer noch aus dem medial generierten und inszenierten Informations- und Ereignisangebot – allerdings wird hier nach Rezeption wenigstens eines aufgebrochen: von einem Sachverhalt wird immer nur etwas ausgesagt, nie alles / strukturelle Täuschung über Abhängigkeit des Konsumenten von bereits gefällten Urteilen. Allein zu Pseudoereignissen wie Eva Herman gibt es eine solche Vielzahl an Kommentaren und Kolumnen, die in ihrer Verschränkung miteinander zwar kein Mehr an Wahrheitsgehalt generieren, aber zumindest ein Mehr an Analyse aus verschiedensten Metastandpunkten. Das Spektakel bekommt Risse.
Allein aus dieser Tatsache heraus erhalten Blogs ihre Berechtigung. Dein Beitrag stellt ein Mehr an Perspektive zu genau diesem kommentieren Pseudoereignis dar, welches alle anderen Kommentare ergänzt. Eine Praxis kritischer Auseinandersetzung ist nötig, um überhaupt an den Punkt kommen zu können real über die falsche Meinung hinauskommen zu können.
Die Klassifizierung der Kritik als Ware spricht dieser nicht ihre Berechtigung ab.