Gentrification Diskussion, weiter
Auf Radio Corax aus Halle wurde ein Interview mit dem Stadtsoziolgen Andrej Holm geführt, in dem er dazu befragt wird, was die Kritik an Gentrification mit Kapitalismuskritik zu tun hat – und in dem sich auf Argumente aus meinen Vortrag in Leipzig im Dezember bezogen wurde (ein Artikel dazu steht noch aus, kommt bald). Durchaus wichtig und genau die notwendige Debatte, die bisher ausstand. Bis dahin lassen sich erstmal hier die Argumente von Herrn Holm und seine Kritik an meinem Vortrag hier hören: commandermasterchief.wordpress.com/
Categories: Politik, vermischtes
Tags: Gentrifizierung

das ist schlichtweg unfug, weil es voraussetzen wuerde, dass die mediaspree von irgendwoher angestellte mitbringen wuerde und diese nicht auf dem normalen arbeitsmarkt werben wuerde. zumal andrej holm ausserdem auch schon das lohngefuege der neuen betriebe in mediaspree kennt, sonst koennte er ja die theorie nicht so aufstellen.
um dem argument vorzugreifen: bei universal handelte es sich um einen umzug, natuerlich ist ein teil der angestellte von hamburg mit nach berlin gezogen. neue stellen wurden regulaer besetzt, wie auf dem arbeitsmarkt ueblich.
Wenn Du das Unfug findest, dann würdest Du also insgesamt darauf setzen, daß die Mieten in dem Gebiet nicht deutlich überdurchschnittlich steigen werden? Oh fein, laß uns wetten!
Ich habs nochmal nachgehört. Du hast recht, er bezieht sich tatsächlich auf neue Dienstleister mit größerem Einkommen. Das erscheint auch mir unstimmig. Denn erstens handelt es sich bei den neuen Projekten keineswegs nur um Dienstleister. Und wenn die neuen Dienstleister “Ketten” sind, dann werden die dortigen Angestellten nicht unbedingt größere Einkommen haben.
Ich vermute hier handelt es sich um Ungenauigkeit bei der Formulierung durch Holms. Denn mit den höheren Einkommen können ja eigentlich nur qualifizierte Stellen gemeint sein, z.B. bei Universal. Und diese Stellen können – im Gegensatz zu unqualifizierten Dienstleisterjobs – nur zu einem geringen Teil aus den umliegenden Wohnblöcken rekrutiert werden. D.h. besser Qualifizierte mit höherem Einkommen werden tendentiell von den umliegenden Wohnblöcken angezogen und dadurch werden die Mieten steigen. So rum machts nur Sinn.
Sorry, daß ich oben den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht habe. Ich dachte Du wolltest den Prozess der Mietsteigerung und Verdrängung insgesamt anhand der Beschäftigung mit einer komischen Argumentation widerlegen. Dabei gings Dir wohl wirklich nur um die eine komische Argumentation.